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Zum 100. Geburtstag am
1. Oktober 2019

Neue Publikation: Die Künstlermonographie „Helene Menne-Lindenberg (1919-88)“ ist am 14. Mai 2019 im Michael-Imhof-Verlag, Petersberg, erschienen. Sie enthält neben einer ausführlichen Biographie über 100 farbige, z.T, ganzseitige Abbildungen, eine Liste der Ausstellungen, der Publikationen und das Werkverzeichnis in tabellarischer Form. Der Verlag bietet einen Blick ins Buch an.

Ausstellungen: Der Bund Gelsenkirchener Künstler zeigt eine Retrospektive seines Gründungsmitglieds Helene Menne-Lindenberg vom 13. Oktober 2019 bis 16. November 2019 in seinem Domizil in der Bergmannstraße 53 in 45886 Gelsenkirchen. Das Kunstmuseum Gelsenkirchen zeigte das Bild „Landschaft bei Montreux“ (WV 330) in seiner Ausstellung „Kunst und Natur“ vom 9. Oktober 2018 bis 20. Januar 2019.

Die Malerin

Seit sie 18 war wußte Helene Menne-Lindenberg, dass sie nichts anderes als Malerin werden wollte. 1941 erhielt sie die Zustimmung der Eltern zum Besuch der Kunsthochschule in Berlin. Nach dem künstlerischen Examen 1943 legte sie 1944 dort noch das Werklehrerexamen als Voraussetzung für eine Anstellung als Kunstlehrerin ab und studierte dann nach ihrer Heirat einige Semester Kunstgeschichte in Marburg.      

Nach Kriegsende versuchte sie mit Kunstunterricht den Lebenunterhalt für sich und ihre verwitwete Mutter zu verdienen. Sie engagierte sie sich beim Aufbau der Künstlervereinigung "Hütte" in Gelsenkirchen und gehörte 1950 dem Gründungsvorstand des Bundes Gelsenkirchener Künstler an. Wiederholte, langwierige Krankheiten nötigten ihr in dieser Zeit immer wieder Schaffenspausen auf. Der rigide Anspruch abstrakter Malerei als allein gültige Malweise entmutigte sie. Trotzdem entstand in den späten 70er und frühen 80er Jahren in einer besonders intensiven Arbeitsphase ein Spätwerk mit einer eigenen, sehr persönlichen Ausdruckskraft. Kurz vor ihrem 69. Geburtstag starb Helene Menne-Lindenberg in Gelsenkirchen

Helene Menne-Lindenberg war mit dem Juristen Heinz Menne (1921-1988) verheiratet und hatte zwei Kinder.

Werke

Sehr früh wurde Helene Menne-Lindenberg für ihre aussagestarken Portraits bekannt. Im Krieg studierte sie Malerei an der Kunsthochschule Berlin, u.a. bei Willi Maillard. Erst nach Kriegsende wurden ihr Reisen in andere Länder möglich. Sie besuchte viele Museen, alte Städte und  eindrucksvolle Landschaften in Flandern, Frankreich und Italien. 

  

(WV 307, 306, 309) Zu den um 1955 entstandenden Arbeiten gehören mehre großformatige Darstellungen arbeitender Frauen, etwa als Wäscherinnen, als Verkäuferin oder Stickerin. 

(WV 330) Anfang der 60er Jahre entstanden große Veduten in Öl mit Motiven von Florenz und vom Genfersee sowie wiederum Portraits. Nach mehrjähriger Pause seit 1962 begann sie Mitte der 70er Jahre wieder mit Landschaftsmotiven aus Frankreich, der Schweiz, Italien, Belgien, den Niederlanden und Österreich. 

 

(WV 257 und 224) In den letzten Jahren schuf sie noch ein umfangreiches Spätwerk, häufig nach Reiseerlebnissen aus Südspanien. Nun entstanden die großformatigen Himmels- und Wolkendarstellungen mit dramatischen Farben sowie reduzierten Formen von Sonnenuntergängen, Küsten, Bäumen und Wolken. Betrachter ihrer Bilder sollten damit zum bewußten Erleben und genauen Beobachten ihrer eigenen Umwelt ermutigt werden.   

Leitlinie für das Schaffen von Helene Menne-Lindenberg war: „Malen ist Weltaneignung“. Mit ihren künstlerisch geschulten Augen wählte sie ihre Motive und gestaltete sie so um, dass man beim Wahrnehmen stutzt, genauer hinsieht und sich vielleicht an eigene, ähnliche Eindrücke erinnert. Dazu setzte sie verscheidene Malweisen ein, etwa kubistische Brechungen oder die starke Farbigkeit der Brücke, und kombinierte sie in ihren Bildern Bild so, dass sie ihre Absicht bestmöglich unterstützten.

Sie war offen für die Auflösung der Formen in der modernen Malerei und testete sie bis zur selbstgesetzten Grenze aus. Das war und blieb für sie die Wiedererkennbarkeit, die allein die Herkunft der von ihr genutzten Farben im Licht aufzeigen konnte. So wollte sie den Ursprung ihrer eigenen inneren Bewegung nachvollziehbar machen, die für sie Aufforderung zur Malerei war. Ihr Beweggrund war das Staunen vor der Natur, das sie den Betrachtern ihrer Bilder vermitteln wollte.

Helene Menne-Lindenberg war bis in die 60er Jahre an zahlreichen Ausstellungen beteiligt oder hat sie allein beschickt. Einige Einzelausstellungen fanden posthum statt. Die Werke befinden sich heute zum großen Teil in Privatbesitz und bei den Erben. Mehrere Arbeiten sind im Besitz des Kunstmuseums Gelsenkirchen.

Hinweise

Das Werkverzeichnis listet alle bekannten Arbeiten mit ihren Formalbeschreibungen und Fotos in der Reihenfolge der Werkverzeichnisnummern auf. Fehlende Angaben, etwa zur Entstehungszeit, sind bisher nicht eindeutig feststellbar. Einbezogen sind auch zeitgenössische Fotos einiger Bilder, deren Verbleib unbekannt ist. Hinweise zur Ergänzung oder Korrektur der Angaben werden gern entgegen genommen. Die Daten wurden mit der der Software "Werkverzeichnis" von Edgar Droste-Orlowski erfasst. Die Angaben werden regelmäßig aktualisiert. Eine Synopse von Werkverzeichnisnummern und Abbildungsnummern in der Künstlermonographie steht als PDF zum Download bereit. 

Bei einer Verwendung der Abbildungen wird um Angabe der WV Nr. und um Mitteilung der Fundstellen gebeten. Bitte beachten Sie die auf der Seite Haftungsausschluss angegebenen Hinweise zum Urheberrecht. 

zuletzt geändert: 17.9.2019